Wer ist Karl der Kühne?
Karl der Kühne war einer der mächtigsten und reichsten Fürsten im Europa des ausgehenden Mittelalters. Besonders hervorgehoben hat er sich allerdings durch seinen widersprüchlichen Charakter. Dieser zeichnete sich aus durch einen unverwechselbaren Hang zur Repräsentation, einer berechnenden Heiratspolitik und dem Aufruf zu grausamen Schlacht- und Feldzügen.
Prunksüchtiger Ritter
Um seine Macht und seinen Herrschaftsanspruch zu festigen und auszubauen, betrieb Karl der Kühne eine unvorstellbar aufwendige und glanzvolle Hofhaltung. Das Erbe dieses prunksüchtigen Ritters ist nun erstmals in gesammelter Form im Kunsthistorischen Museum zu sehen. Dazu zählt auch die so genannte „Burgunderbeute“, eine der größten Raubgüter überhaupt, die bis heute in der Schweiz verwahrt wird und ein komplettes Bild des Herrschers und seiner Zeit ermöglicht.
Der letzte Burgunder
Als letzter Burgunder stand Karl der Kühne an der Wende der Habsburger und ihres Aufstiegs zur Weltmacht. Die Hochzeit seiner einzigen Tochter Maria mit dem Habsburger Maximilian I. sollte Karl dem Kühnen die Königskrone bringen. Doch durch seinen frühen Tod am Schlachtfeld von Nancy fiel das reiche burgundische Erbe an das Haus Habsburg. Nur zwei Generationen später beherrschte sein Urenkel, Karl V., ein Weltreich – in dem „die Sonne nie unterging“.
Grausamer Kriegsherr
In blutigen Feldzügen gegen seine Nachbarn vergrößerte Karl der Kühne sein Reich und erweiterte somit seinen Herrschaftsanspruch. Der junge Kriegsherr fand in seiner letzten Schlacht bei Nancy ein jähes Ende. Doch die Eroberungskämpfe hatten seine Kriegskammern stetig mit Schätzen gefüllt, die uns nun heute in eine Zeit der kulturellen Hochblüte zurückversetzen.